Freud und Leid eng beieinander

Nach zwei Jahren ist die Dorferneuerung in Fenkensees abgeschlossen, was im „Kerwaschupfn“ gebührend gefeiert werden sollte. Doch blieb die Stimmung getrübt, denn der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Heinz Peetz, war am Vortag gestorben.

Trotzdem hatte man sich geeinigt, die Übergabe des 625 000 Euro teuren Projekts vorzunehmen.

Bürgermeister Hans Unterburger betonte, das Ergebnis beweise, dass das Geld für die Dorferneuerung gut angelegt sei. An seinen Bürgermeisterkollegen und VG-Vorsitzenden Hans Wittauer gerichtet erklärte er, dass an der Dorferneuerung auch Weidenberg beteiligt war: Das Milchbänkla wurde nämlich im Weidenberger Bauhof montiert.

„Das nennt man perfektes Timing“, sagte Unterburger angesichts der Tatsache, das der Abschluss der Arbeiten genau auf den 40. Geburtstag der Dorfgemeinschaft gefallen sei. „Es macht wieder Spaß, in Fenkensees zu wohnen.“ Als wahren Glücksgriff bezeichnete er die Wahl der Firma, welche die Tiefbauarbeiten erledigte und deren Arbeiter ein sehr gutes Verhältnis zur Bevölkerung aufgebaut haben. Unterburger erinnerte, dass bereits in den 70er Jahren die Aufnahme in ein Dorferneuerungsverfahren beantragt worden sei. 2003 seien dann erst die Arbeitskreise gegründet worden. „Heute sehen wir eine gelungene Maßnahme.“ Er dankte der Bevölkerung für deren Verständnis und Geduld für die Unannehmlichkeiten während der zwei Jahre dauernden Arbeiten.

Karin Hochgesang hatte eine Bilderpräsentation zusammengestellt, in der Fotos von früher, von den Arbeiten und dem jetzigen Ortsbild zu sehen sind. Dabei kam natürlich auch „Ernesto“ vor, ein in Fenkensees heimisch gewordener wilder Fasan, der das Maskottchen des ganzen Dörfchens ist und der es sich bereits am neu gestalteten „Milchbänkla“ gemütlich gemacht hat.

Ein trauriges Ereignis sprach Teilnehmergemeinschaft-Vorstandsmitglied Hans Potzel an: Den Tod von Heinz Peetz, dem TG-Vorsitzenden. Die Dorfgemeinschaft gedachte ihm mit einem Gebet.

Stellvertretende Landrätin Christa Reinert-Heinz brach eine Lanze für den ländlichen Raum: „Inzwischen suchen wieder viele Menschen nach der Ursprünglichkeit und wissen die Bedeutung des ländlichen Raumes wieder mehr zu schätzen.“

Lothar Winkler vom Amt für ländliche Entwicklung listete einige Zahlen auf: Zunächst sei man davon ausgegangen, für nur 160 000 Euro die Randbereiche der Straßen neu zu gestalten. Nach und nach kamen dann neue Überlegungen hinzu. Zum Schluss werden Gesamtinvestitionen von insgesamt 625 000 Euro stehen. Momentan seien 580 000 Euro verbaut. Dafür habe man eine Förderung von 50 Prozent bekommen. Nun könnten noch fünf Jahre lang Privatmaßnahmen folgen. „Nutzen Sie die Chance“, appellierte Winkler an die Fenkenseeser.

„Der Ort hat sich fein herausgeputzt“, lobte auch Dekan Hans Peetz, ehe er dem Projekt den kirchlichen Segen erteilte. Für alle maßgeblich Beteiligten gab es zunächst einen Spaten als Geschenk. Bei einem Dorfrundgang führten die Einheimischen den Ehrengästen durchaus stolz ihr neugestaltetes, schmuckes Dörfchen vor. ju